Was ist Skimming?

Beim Skimming handelt es sich um einen Betrugsvorgang, bei dem die auf dem Magnetstreifen der Kredit- oder Girokarten enthaltenen Daten ausgewertet werden. Dieser zu den Man-in-the-middle-Angriff zählende Betrugsvorgang wird in der Regel mithilfe von Geldautomaten vorgenommen, da hier ohne großen zusätzlichen Aufwand neben den Kartendaten auch gleichzeitig die geheime PIN-Nummer ausspioniert werden kann.

Die Zahl der Straftaten durch Skimming ist innerhalb der letzten Jahre enorm angestiegen. Waren es im Jahr 2007 noch etwa 1.349 gemeldete Skimmingangriffe, so lag die Zahl Ende 2010 bei 3.183 Skimmingangriffen. Grund hierfür ist vor allem die besser gewordene Technik der Betrüger, die zur Folge hat, dass manipulierte Geldautomaten kaum noch zu erkennen sind.

Wie erfolgt das Skimming am Geldautomaten und wie kann man sich schützen?

Auf dem Magnetstreifen der EC- oder Kreditkarte befinden sich sämtliche Daten des Karteninhabers. Zusammen mit der PIN-Nummer ist es möglich, an Geldautomaten Geld abzuheben.

Um an diese Daten zu gelangen, sind zwei Schritte notwendig:

  • Der Magnetstreifen muss ausgelesen werden.
  • Die geheime PIN-Nummer muss erfasst werden.

Dieses geschieht zum einen, indem über dem Kartenschlitz des Geldautomaten eine manipulierte Kunststoffattrappe gesetzt wird. Dieser enthält ein kleines Lesegerät, welches die Daten auf dem Magnetstreifen auswerten kann. Mit den so erfassten Daten wird im Anschluss ein Rohling beschrieben, der an Geldautomaten eingesetzt werden kann. Um an die PIN-Nummer zu gelangen, wird eine Minikamera über oder direkt vor dem Ziffernblock angebracht, welche die Eingabe der PIN filmt. In der Regel ist die Kamera innerhalb einer Zierleiste eingebaut und so ebenfalls für den Nutzer des Geldautomaten nur schwer zu erkennen.

Um sich vor einem solchen Datendiebstahl zu schützen, ist es empfehlenswert sich den Geldautomaten vor der Nutzung anzusehen. Besonderes Augenmerk sollte hier auf den Kartenschlitz und auf die Bereiche rund um das Eingabefeld gelegt werden.

Durch ein leichtes Rütteln am Kartenschlitz lässt sich feststellen, ob dieser eventuell nur aufgesetzt wurde. Auch ein Abtasten der Bereiche über und vor dem Ziffernblock lässt unter Umständen das Vorhandensein von kleinen Unebenheiten erkennen. Als zusätzlichen Schutz sollte das Eingabefeld inklusive der eingebenden Hand während der Eingabe der PIN-Nummer zum Beispiel durch die freie Hand, eine Geldbörse oder eine Zeitung verdeckt werden, damit ein Ausspähen der geheimen Nummer nicht möglich ist.

Was tun, wenn der Verdacht auf Skimming besteht?

Besteht der Verdacht, Opfer von einem Datenklau durch Skimming geworden zu sein, gilt es umgehend das Konto sperren zu lassen. Dieses kann während der Öffnungszeiten direkt in der Bankfiliale geschehen oder über den Sperr-Notruf mit der Nummer 116 116 erfolgen. Aus dem Ausland ist der Sperr-Notruf unter der Nummer +49 116 116 oder +49 30 4050 4050 zu erreichen. Zusätzlich sollte umgehend bei der Polizei Anzeige erstattet werden.

Wichtig ist es auch, die folgenden Kontoauszüge genau zu beobachten und eventuelle fehlerhafte Abbuchungen umgehend der Bank zu melden, damit diese entsprechende Schritte einleiten kann.